„Technologieoffenheit“. Das fordern Politiker:innen wie Christian Lindner immer wieder, wenn es darum geht Klimaschutz zu betreiben. Technologieoffenheit. Das hört sich sehr, sehr, sehr, sehr gut an. Das hört sich so gut an, da können alle eigentlich nur zustimmen.

Aber was genau meint Lindner damit? Linder meint damit – neutral formuliert – eine grundsätzliche Neutralität bezüglich der Wahl der bestmöglichen Technologie zur Lösung unserer selbstverschuldeten Klimaprobleme. Einfach gesagt: Linder ist für Gleichberechtigung. Er möchte nicht, dass der deutsche Diesel diskriminiert wird und auf einmal nicht mehr mitspielen darf. Dabei sind es doch auch die Benziner und Dieselautos, die so langsam aussortiert gehören, zumindest dann, wenn wir den Klimaschutz ernst meinten.

Unter dem Begriff der Technologieoffenheit werden in diesem Zusammenhang also Innovationen gehandelt, die schon seit Jahren keine mehr sind. Sogenannte „saubere Diesel und Benziner“, die aber fast genauso viel verbrauchen, wie die innovativen Diesel aus den 70er Jahren. Insofern ist der Begriff nicht nur ein gut klingendes Hochwertwort, sondern gleichzeitig Balsam auf die Seele aller Verbrennerfreunde, die damit weiter in der Illusion des „sauberen Diesel“ gebadet werden.

„Technologieoffenheit“ ist eine miese Aufwertungsvokabel. Ein Plastikwort, es spendet Konsens und Zustimmung, meint aber nichts Genaues bzw. sogar das genaue Gegenteil vom Gesagten. Es steht für ein „weiter so“, statt für ein „voran“. Es BREMST die wirklich innovativen Techologien aus.

Ja, es ist verständlich, dass viele Menschen ihre Verbrenner jetzt nicht einfach abgeben können oder wollen. Es ist ebenso verständlich, dass diese Menschen sich nicht tagtäglich mies fühlen wollen, weil sie weiterhin mit Verbrennern umherfahren (müssen). ABER: Politiker:innen, die mit dem Terminus „Technologieoffenheit“ den Fokus auf „diskriminierte Verbrenner“ richten, scheinen eher die Gefühlslage dieser Menschen zu missbrauchen als ein ehrliches Politik-Angebot zur Lösung der Klima-Probleme anzubieten. Das nennt sich übrigens Populismus.

Grafik: https://www.christian-lindner.de/interviews/technologieoffenheit-und-innovation-fur-den-klimaschutz


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Gepostet von Wortgucker am Mittwoch, 16. Dezember 2020