Aktuell feilt die Politik an der "EU-Agrarreform"  und der "Pflegefinanzreform".  Wir hören also Reform und wir denken 'Verbesserung'. Laut Wörterbuch ist eine "Reform" jedoch nicht zwingend was Besseres, sondern eine „planmäßige Neuordnung und Umgestaltung“.

Aber: NEU ist eben BESSER. Hier haben wir eine ziemlich mächtige Denkrutsche: das gefürchtete "Neu-ist-Besser-Framing".


Ob durch die Agrarreform, die (mal wieder) auf Freiwilligkeit bei der Umsetzung ökologischer Standards setzt, überhaupt etwas „neu gestaltet“ geschweige denn „verbessert“ wird, steht in den Sternen. Darüber hinaus gilt sie womöglich erst ab 2023.

Hinter dem schicken Wort „Reform“ versteckt sich also bereits heute altbekannte EU-Agrarpolitik.
Die ebenso wohlklingende "Pflegefinanzreform" macht bisher den Eindruck, sie würde eher besser Verdienende finanziell entlasten als die Pflege zu verbessern.


Kurz gesagt: Mit dem Wort "Reform" kann Politik sich HEUTE für etwas schmücken, was MORGEN nicht mal besser sein muss. Wer diesen Sprachgebrauch ungefiltert übernimmt - egal ob Medien oder Privatpersonen - verteilt in erster Linie das Eigenlob der zuständigen Minister*innen.
Mit den besten Grüßen von der Rechtschreibreform.


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Aktuell feilt die Politik an der "EU-Agrarreform" 🚜 und der "Pflegefinanzreform". 🎲 Wir hören also #Reform und wir...

Gepostet von Wortgucker am Freitag, 13. November 2020