Lasst euch nicht fernsteuern
Beendet endlich die Debatte um die "bedrohte" Meinungsfreiheit. Sonst verbreitet Ihr nur das AfD-Opferframing.
đ Lasst Euch doch nicht fernsteuern! Beendet endlich die Debatte um die """bedrohte""" #Meinungsfreiheit. Sonst verbreitet Ihr nur das AfD-#Opferframing. Wie das? Erfahrt Ihn im Video. Euer Wortgucker đ Textversion âŹïž Synonyme sind Wörter, die verschiedenen aussehen aber eine gleiche Bedeutung haben. So wie die Wörter Haus und GebĂ€ude. Doch es gibt ebenso Wörter, die gleichzeitig mehrere Bedeutungen haben. Zum Beispiel das Wort Maus. Einmal ist ein kleines Tier gemeint. Das andere Mal ein GerĂ€t, um den Computer zu steuern. Bei Maus (Tier) und Maus (Computer) lĂ€sst sich diese Mehrdeutigkeit von Laien gut erkennen. Niemand, der eine echte Maus kaufen möchte, wird mit einer Computermaus nach Hause gehen. Schwieriger ist das bei einem politischen Begriff wie Meinungsfreiheit. Die entscheidende Frage ist: Warum ist es möglich, bei offensichtlicher Meinungsfreiheit, eine Debatte ĂŒber den Verlust derselben zu starten? Das gelingt nur, weil auch Meinungsfreiheit ein mehrdeutiger Begriff ist. Das heiĂt es gibt verschiedene Gebrauchsweisen dieses Wortes. Zum einen ist mit Meinungsfreiheit ein Grundrecht gemeint. Ist dieses Recht bedroht, darf man getrost den Rechtsweg beschreiten. Rufe ich meine Meinung frei heraus, ist ferner davon auszugehen, dass andere sich dazu irgendwie verhalten. Sind die anderen der Meinung, meine Meinung wĂ€re Mist, muss ich damit leben. Die Essenz der Meinungsfreiheit ist die Freiheit, nicht die Meinung. Das heiĂt, sie gilt fĂŒr alle. Davon zu unterscheiden ist der AfD-Gebrauch des Wortes Meinungsfreiheit. Im Alltagssprachgebrauch wird darunter hĂ€ufig nicht die Freiheit aller verstanden, sondern eine Art Meinungsindividualismus, nach dem Motto: Ich darf sagen, was ich will und niemand darf mich hindern. Widerspruch wird dabei schnell als Verbot wahrgenommen: âDas wird man ja wohl noch sagen dĂŒrfenâ. Diese Gebrauchsweise nutzt die AfD. Sie redet nicht ĂŒber das Grundrecht auf Meinungsfreiheit. Stattdessen geht es ihr darum, aus jedem Widerspruch wiederum erneut als Opfer hervorzugehen. Das Gerede vom Meinungsdiktat ist nichts anderes als das ĂŒbliche âOpferframingâ der AfD. Von denen da oben, die lĂŒgen und andere mundtot machen wollen und den darunter leidenden Opfern. Wir kennen dieses Framing bereits. Es wird ebenso ausgelöst durch Wörter wie LĂŒgenpresse, LĂŒckenpresse, Staatsfunk und den Slogan Mut zur Wahrheit. Es sind verschiedene Wörter, aber es ist dasselbe Argumentationsmuster â mit derselben Wirkung auf die Zielgruppe. Die AfD hĂ€lt weiterhin gekonnt ihr Narrativ durch und â was schlimmer ist - wir alle helfen mit. Denn namhafte Medien stellen seit Wochen die Frage, wie bedroht unsere Meinungsfreiheit sei. Es ist paradox: Die AfD zweifelt an der Meinungsfreiheit und ganz Deutschland zweifelt mit. Was kaum einer sieht: Bei dieser Debatte verbreitet sich der AfD-Gebrauch des Wortes Meinungsfreiheit und damit das Opferframing immer weiter. Und es kommt noch schlimmer. Die Antwort auf die Frage nach der bedrohten Meinungsfreiheit ist immer, dass diese selbstverstĂ€ndlich nicht bedroht ist. Genau jene Antwort jedoch bestĂ€tigt das AfD-Weltbild â auch fĂŒr deren Zielgruppen. Das Gerede von der bedrohten Meinungsfreiheit ist eine neurechte Sprachstrategie, die auf der Mehrdeutigkeit des Wortes Meinungsfreiheit beruht. Es ist schlicht ein rhetorischer Trick, um das Opfer-Framing und das Narrativ der groĂen System-LĂŒge weiterzuverbreiten. Es dient vorrangig dazu, die eigenen Zielgruppen anzustacheln. Alle anderen sollten sich nicht weiter zu Motoren dieses Narratives machen. Nur wer sich der Mehrdeutigkeit des Wortes Meinungsfreiheit bewusst bleibt, entgeht dem Teufelskreis. Auf den Satz âDas wird man ja wohl noch sagen dĂŒrfenâ gibt es nur eine Antwort: âHast du ja gradâ. So bliebe die Gebrauchsweise von Meinungsfreiheit als âFreiheit allerâ erhalten und die AfD-Lesart der âunterdrĂŒckten Meinungâ wirkungslos. Reicht das nicht aus, dann empfehle ich gern den Rechtsweg. Die Meinungsfreiheit ist ein Grundrecht. Wer das GefĂŒhl hat, diese sei beschrĂ€nkt, der soll diese einklagen. Jede weitere Debatte darĂŒber nutzt vor allem jenen, die diese Freiheit abschaffen wollen. Das, was Höcke und Co als Meinungsdiktatur bezeichnen, ist nichts weiter als der demokratische Grundkonsens, der mit stĂ€rkerer Stimme zurĂŒckspricht, als es dem Herrn Höcke lieb ist. Ohne Meinungsfreiheit, gĂ€be es diese ganze Debatte um die Meinungsfreiheit gar nicht. Oder konnte man sich in der DDR offen ĂŒber das unsĂ€gliche Meinungsdiktat beschweren? Ginge es AfD-FunktionĂ€ren tatsĂ€chlich um unser aller Grundrecht, nichts hĂ€lt sie davon ab es einzuklagen. Tun sie aber nicht. SchlieĂlich sagen sie permanent ihre Meinung.
Geplaatst door Wortgucker op Woensdag 20 november 2019
Synonyme sind Wörter, die verschiedenen aussehen aber eine gleiche Bedeutung haben. So wie die Wörter Haus und GebÀude. Doch es gibt ebenso Wörter, die gleichzeitig mehrere Bedeutungen haben. Zum Beispiel das Wort Maus. Einmal ist ein kleines Tier gemeint. Das andere Mal ein GerÀt, um den Computer zu steuern. Bei Maus (Tier) und Maus (Computer) lÀsst sich diese Mehrdeutigkeit von Laien gut erkennen. Niemand, der eine echte Maus kaufen möchte, wird mit einer Computermaus nach Hause gehen. Schwieriger ist das bei einem politischen Begriff wie Meinungsfreiheit.
Die entscheidende Frage ist: Warum ist es möglich, bei offensichtlicher Meinungsfreiheit, eine Debatte ĂŒber den Verlust derselben zu starten? Das gelingt nur, weil auch Meinungsfreiheit ein mehrdeutiger Begriff ist. Das heiĂt es gibt verschiedene Gebrauchsweisen dieses Wortes.
Die Essenz der Meinungsfreiheit ist die Freiheit, nicht die Meinung
Zum einen ist mit Meinungsfreiheit ein Grundrecht gemeint. Ist dieses Recht bedroht, darf man getrost den Rechtsweg beschreiten. Rufe ich meine Meinung frei heraus, ist ferner davon auszugehen, dass andere sich dazu irgendwie verhalten. Sind die anderen der Meinung, meine Meinung wĂ€re Mist, muss ich damit leben. Die Essenz der Meinungsfreiheit ist die Freiheit, nicht die Meinung. Das heiĂt, sie gilt fĂŒr alle.
Davon zu unterscheiden ist der AfD-Gebrauch des Wortes Meinungsfreiheit. Im Alltagssprachgebrauch wird darunter hĂ€ufig nicht die Freiheit aller verstanden, sondern eine Art Meinungsindividualismus, nach dem Motto: Ich darf sagen, was ich will und niemand darf mich hindern. Widerspruch wird dabei schnell als Verbot wahrgenommen: âDas wird man ja wohl noch sagen dĂŒrfenâ. Diese Gebrauchsweise nutzt die AfD. Sie redet nicht ĂŒber das Grundrecht auf Meinungsfreiheit. Stattdessen geht es ihr darum, aus jedem Widerspruch wiederum erneut als Opfer hervorzugehen. Das Gerede vom Meinungsdiktat ist nichts anderes als das ĂŒbliche âOpferframingâ der AfD. Von denen da oben, die lĂŒgen und andere mundtot machen wollen und den darunter leidenden Opfern. Wir kennen dieses Framing bereits. Es wird ebenso ausgelöst durch Wörter wie LĂŒgenpresse, LĂŒckenpresse, Staatsfunk und den Slogan Mut zur Wahrheit. Es sind verschiedene Wörter, aber es ist dasselbe Argumentationsmuster â mit derselben Wirkung auf die Zielgruppe.
Die AfD zweifelt an der Meinungsfreiheit und ganz Deutschland zweifelt mit
Die AfD hĂ€lt weiterhin gekonnt ihr Narrativ durch und â was schlimmer ist - wir alle helfen mit. Denn namhafte Medien stellen seit Wochen die Frage, wie bedroht unsere Meinungsfreiheit sei. Es ist paradox: Die AfD zweifelt an der Meinungsfreiheit und ganz Deutschland zweifelt mit. Was kaum einer sieht: Bei dieser Debatte verbreitet sich der AfD-Gebrauch des Wortes Meinungsfreiheit und damit das Opferframing immer weiter. Und es kommt noch schlimmer. Die Antwort auf die Frage nach der bedrohten Meinungsfreiheit ist immer, dass diese selbstverstĂ€ndlich nicht bedroht ist. Genau jene Antwort jedoch bestĂ€tigt das AfD-Weltbild â auch fĂŒr deren Zielgruppen.
Das Gerede von der bedrohten Meinungsfreiheit ist eine neurechte Sprachstrategie, die auf der Mehrdeutigkeit des Wortes Meinungsfreiheit beruht. Es ist schlicht ein rhetorischer Trick, um das Opfer-Framing und das Narrativ der groĂen System-LĂŒge weiterzuverbreiten. Es dient vorrangig dazu, die eigenen Zielgruppen anzustacheln. Alle anderen sollten sich nicht weiter zu Motoren dieses Narratives machen.
Nur wer sich der Mehrdeutigkeit des Wortes Meinungsfreiheit bewusst bleibt, entgeht dem Teufelskreis. Auf den Satz âDas wird man ja wohl noch sagen dĂŒrfenâ gibt es nur eine Antwort: âHast du ja gradâ. So bliebe die Gebrauchsweise von Meinungsfreiheit als âFreiheit allerâ erhalten und die AfD-Lesart der âunterdrĂŒckten Meinungâ wirkungslos. Reicht das nicht aus, dann empfehle ich gern den Rechtsweg. Die Meinungsfreiheit ist ein Grundrecht. Wer das GefĂŒhl hat, diese sei beschrĂ€nkt, der soll diese einklagen. Jede weitere Debatte darĂŒber nutzt vor allem jenen, die diese Freiheit abschaffen wollen.
Ohne Meinungsfreiheit, gÀbe es diese ganze Debatte um die Meinungsfreiheit gar nicht
Das, was Höcke und Co als Meinungsdiktatur bezeichnen, ist nichts weiter als der demokratische Grundkonsens, der mit stĂ€rkerer Stimme zurĂŒckspricht, als es dem Herrn Höcke lieb ist. Ohne Meinungsfreiheit, gĂ€be es diese ganze Debatte um die Meinungsfreiheit gar nicht. Oder konnte man sich in der DDR offen ĂŒber das unsĂ€gliche Meinungsdiktat beschweren? Ginge es AfD-FunktionĂ€ren tatsĂ€chlich um unser aller Grundrecht, nichts hĂ€lt sie davon ab es einzuklagen. Tun sie aber nicht. SchlieĂlich sagen sie permanent ihre Meinung.
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đ Lasst Euch doch nicht fernsteuern! Beendet endlich die Debatte um die """bedrohte""" #Meinungsfreiheit. Sonst verbreitet Ihr nur das AfD-#Opferframing. Wie das? Erfahrt Ihn im Video. Euer Wortgucker đ Textversion âŹïž Synonyme sind Wörter, die verschiedenen aussehen aber eine gleiche Bedeutung haben. So wie die Wörter Haus und GebĂ€ude. Doch es gibt ebenso Wörter, die gleichzeitig mehrere Bedeutungen haben. Zum Beispiel das Wort Maus. Einmal ist ein kleines Tier gemeint. Das andere Mal ein GerĂ€t, um den Computer zu steuern. Bei Maus (Tier) und Maus (Computer) lĂ€sst sich diese Mehrdeutigkeit von Laien gut erkennen. Niemand, der eine echte Maus kaufen möchte, wird mit einer Computermaus nach Hause gehen. Schwieriger ist das bei einem politischen Begriff wie Meinungsfreiheit. Die entscheidende Frage ist: Warum ist es möglich, bei offensichtlicher Meinungsfreiheit, eine Debatte ĂŒber den Verlust derselben zu starten? Das gelingt nur, weil auch Meinungsfreiheit ein mehrdeutiger Begriff ist. Das heiĂt es gibt verschiedene Gebrauchsweisen dieses Wortes. Zum einen ist mit Meinungsfreiheit ein Grundrecht gemeint. Ist dieses Recht bedroht, darf man getrost den Rechtsweg beschreiten. Rufe ich meine Meinung frei heraus, ist ferner davon auszugehen, dass andere sich dazu irgendwie verhalten. Sind die anderen der Meinung, meine Meinung wĂ€re Mist, muss ich damit leben. Die Essenz der Meinungsfreiheit ist die Freiheit, nicht die Meinung. Das heiĂt, sie gilt fĂŒr alle. Davon zu unterscheiden ist der AfD-Gebrauch des Wortes Meinungsfreiheit. Im Alltagssprachgebrauch wird darunter hĂ€ufig nicht die Freiheit aller verstanden, sondern eine Art Meinungsindividualismus, nach dem Motto: Ich darf sagen, was ich will und niemand darf mich hindern. Widerspruch wird dabei schnell als Verbot wahrgenommen: âDas wird man ja wohl noch sagen dĂŒrfenâ. Diese Gebrauchsweise nutzt die AfD. Sie redet nicht ĂŒber das Grundrecht auf Meinungsfreiheit. Stattdessen geht es ihr darum, aus jedem Widerspruch wiederum erneut als Opfer hervorzugehen. Das Gerede vom Meinungsdiktat ist nichts anderes als das ĂŒbliche âOpferframingâ der AfD. Von denen da oben, die lĂŒgen und andere mundtot machen wollen und den darunter leidenden Opfern. Wir kennen dieses Framing bereits. Es wird ebenso ausgelöst durch Wörter wie LĂŒgenpresse, LĂŒckenpresse, Staatsfunk und den Slogan Mut zur Wahrheit. Es sind verschiedene Wörter, aber es ist dasselbe Argumentationsmuster â mit derselben Wirkung auf die Zielgruppe. Die AfD hĂ€lt weiterhin gekonnt ihr Narrativ durch und â was schlimmer ist - wir alle helfen mit. Denn namhafte Medien stellen seit Wochen die Frage, wie bedroht unsere Meinungsfreiheit sei. Es ist paradox: Die AfD zweifelt an der Meinungsfreiheit und ganz Deutschland zweifelt mit. Was kaum einer sieht: Bei dieser Debatte verbreitet sich der AfD-Gebrauch des Wortes Meinungsfreiheit und damit das Opferframing immer weiter. Und es kommt noch schlimmer. Die Antwort auf die Frage nach der bedrohten Meinungsfreiheit ist immer, dass diese selbstverstĂ€ndlich nicht bedroht ist. Genau jene Antwort jedoch bestĂ€tigt das AfD-Weltbild â auch fĂŒr deren Zielgruppen. Das Gerede von der bedrohten Meinungsfreiheit ist eine neurechte Sprachstrategie, die auf der Mehrdeutigkeit des Wortes Meinungsfreiheit beruht. Es ist schlicht ein rhetorischer Trick, um das Opfer-Framing und das Narrativ der groĂen System-LĂŒge weiterzuverbreiten. Es dient vorrangig dazu, die eigenen Zielgruppen anzustacheln. Alle anderen sollten sich nicht weiter zu Motoren dieses Narratives machen. Nur wer sich der Mehrdeutigkeit des Wortes Meinungsfreiheit bewusst bleibt, entgeht dem Teufelskreis. Auf den Satz âDas wird man ja wohl noch sagen dĂŒrfenâ gibt es nur eine Antwort: âHast du ja gradâ. So bliebe die Gebrauchsweise von Meinungsfreiheit als âFreiheit allerâ erhalten und die AfD-Lesart der âunterdrĂŒckten Meinungâ wirkungslos. Reicht das nicht aus, dann empfehle ich gern den Rechtsweg. Die Meinungsfreiheit ist ein Grundrecht. Wer das GefĂŒhl hat, diese sei beschrĂ€nkt, der soll diese einklagen. Jede weitere Debatte darĂŒber nutzt vor allem jenen, die diese Freiheit abschaffen wollen. Das, was Höcke und Co als Meinungsdiktatur bezeichnen, ist nichts weiter als der demokratische Grundkonsens, der mit stĂ€rkerer Stimme zurĂŒckspricht, als es dem Herrn Höcke lieb ist. Ohne Meinungsfreiheit, gĂ€be es diese ganze Debatte um die Meinungsfreiheit gar nicht. Oder konnte man sich in der DDR offen ĂŒber das unsĂ€gliche Meinungsdiktat beschweren? Ginge es AfD-FunktionĂ€ren tatsĂ€chlich um unser aller Grundrecht, nichts hĂ€lt sie davon ab es einzuklagen. Tun sie aber nicht. SchlieĂlich sagen sie permanent ihre Meinung.
Gepostet von Wortgucker am Mittwoch, 20. November 2019