Heute: Berühmte Umbenennungen. Erinnert Ihr Euch? Bis zum Jahr 2000 hieß es Aktion Sorgenkind und nicht Aktion Mensch. Viele Menschen haben Angst vor Namensänderungen. Viele haben auch Angst bestimmte Wörter nicht mehr sagen zu dürfen, weil diese mittlerweile verpönt sind. Zum Beispiel: Negerkuss. 🤐

Jedoch: Unsere Sichtweise auf die Welt und auf uns Menschen ändert sich. Und mit ihr ändern wir auch unsere Sprache.
'Aktion Sorgenkind' benannte sich um und hat weder Fördergelder verloren, noch Tradition.

Renate Geifrig von der 'Aktion Mensch' schreibt:

Wollen Sie ein Sorgen-Kind sein?
Sicher nicht.
Wie fühlt man sich als Sorgen-Kind?
Man fühlt sich so:
Ich bin klein. Ich kann nichts.
Ich trau mir das nicht zu.
Ich bin unwichtig und ich schäme mich.[1]

Der alte Name fokussierte behinderte Menschen als Menschen, die von Sorgen umgeben sind bzw. Sorgen bereiten.
In der Historie hat der Name durchaus Sinn ergeben, denn es war wichtig, behinderten Menschen zu helfen und eine alte, sehr starke Kategorie dafür war immer das Mitleid. 😰 Der Name 'Aktion Sorgenkind' baute auf dieser Kategorie auf.

Doch unsere Sicht auf Behinderungen hat sich verändert. Wir sehen: Mancher Mensch ohne Beine hat und macht anderen weniger Sorgen als so mancher mit Beinen. Behinderungen sind etwas "Normales" geworden. Die neue Kategorie heißt nicht mehr Mitleid, sondern Menschlichkeit. Die Hilfe aus Menschlichkeit stellt Helfende und Geholfene auf Augenhöhe. 👬 Und macht es damit für beide besser!

Euer 👀wortgucker

PS
Ich bin noch nicht im Winterschlaf, sondern baue Euch ein elitäres Video. Morgen Kinder ...

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Heute: #Berühmte_Umbenennungen. Erinnert Ihr Euch? Bis zum Jahr 2000 hieß es #Aktion_Sorgenkind und nicht...

Posted by Wortgucker on Montag, 11. Dezember 2017

PS
Menschliches Wording gibt es beim 👀wortgucker.
Folgt 👇 ihm & guckt, wie die Sprache uns steuert.
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  1. Den ganzen Text findet Ihr hier. ↩︎