„Mittlere Reife“ beschreibt den Abschluss nach der 10. Klasse, den Realschulabschluss. Komisch.  Unser inneres Wörterbuch kennt vor allem die "Reife" von Obst, Gemüse und allen möglichen Nahrungsmitteln, die ‘im Wachstum voll entwickelt und daher geeignet zur Ernte' sind.  

Aber "reif" wird auch metaphorisch verwendet, um zu benennen, dass jemand 'erwachsen, erfahren, seelisch ausgeglichen, genügend vorbereitet’ und dergleichen mehr ist. Diese Gebrauchsweise liegt ebenso dem Begriff "Mittlere Reife" zugrunde und ist eigentlich komplett aus der Zeit gefallen. Kinder und Jugendliche sehen wir heute nicht mehr als "unfertige Erwachsene". Jede Entwicklung ist ein ganzheitlicher Prozess.


Das Reife-Framing wirft immer die Frage auf "Reif für wen?" Eine Birne ist 'reif' für denjenigen, der sie essen oder verwerten will. Aber sollten wir so Persönlichkeiten beurteilen, die auf verschiedene Schulen gehen? Das Reife-Framing wertet in 'besser' und 'schlechter' und das ist letztlich unangemessen, wenn es um verschiedene Lebenswege von Menschen geht. Es ist also ziemlich überreif für die Mülltonne.


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„Mittlere Reife“ beschreibt den Abschluss nach der 10. Klasse, den Realschulabschluss. Komisch. 🤔 Unser inneres...

Gepostet von Wortgucker am Freitag, 11. Dezember 2020