2017 wurde unser Sohn geboren und das bescherte mir eine sogenannte Elternzeit. Die Freizeit in solchen Elternzeiten ist rar. Buch-Projekte und längere Texte fängt man am besten gar nicht erst an. Warum nicht als Linguist in die sozialen Medien gehen und dort Sprachkritik betreiben? Die Formate sind schließlich kurzweilig. Ich glaubte (damals noch) Kürze und Humor seien einfacher zu haben als gehaltvolle, längere Texte. Dieser Trugschluss führte zumindest dazu, einfach mal anzufangen. So gibt es seit Mitte 2017 den Wortgucker im Internet. Inhalte des Wortguckers finden sich ebenso bei Facebook, Twitter, Instagram, Youtube.

Im Folgenden findet sich der Prolog des Aufsatzes. Der gesamte Beitrag erschien in Aptum - Zeitschrift für Sprachkritk und Sprachkultur, 15/2019.

Prolog

Der Wortgucker betreibt explizite Sprachkritik. Sprachkritik als „eine mit Wertung verbundene Reflexion über Sprache und Sprachgebrauch“ (Schiewe/Wengeler 2005, 3)* ist auf einer Skala zwischen alltäglicher und wissenschaftlicher Sprachkritik möglich. Wir alle sind also alltägliche Sprachkritiker (Neuland 1996)** und das setzt der Wortgucker ebenso bei seinem Publikum voraus. Es ist keine Ausbildung nötig, um den Sprachgebrauch zu reflektieren oder zu kritisieren, denn sonst würden die Menschen da draußen es nicht so häufig tun. Jedoch der Wortgucker ist dann doch kein reiner Alltags-Sprachkritiker, sondern er basiert auf seinem Hintergrund als Sprachwissenschaftler. So versteht sich der Wortgucker als Bindeglied zwischen alltäglicher und linguistisch begründeter Sprachkritik. Dabei nutzt er inhaltliche und mediale Freiheiten, die mit einem rein wissenschaftlichen Anspruch nicht vertretbar wären. Welche Maßstäbe ihm dennoch zugrunde liegen, worin seine Freiheiten bestehen und wie und wozu er diese nutzt sowie was er bei den Menschen auslöst, wird im Folgenden beschrieben. Der Wortgucker erreicht mittlerweile insgesamt etwas mehr als 15.000 Menschen. Dabei spielen Facebook und Twitter die größte Rolle. Videobeiträge auf Facebook erreichen aus eigener Kraft bis zu 40.000 Menschen, je nachdem wie oft der betreffende Inhalt geteilt wird. Ist das Thema sehr relevant oder wird der Beitrag von renommierten Influencern weitergeteilt, sind die Zugriffsraten höher.//

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Der komplette Beitrag findet sich in Aptum Heft 15/2019. Diese und andere Ausgaben können beim Verlag Ute Hempen bestellt werden. Dort ist Aptum ebenfalls abonnierbar.

Aptum wird herausgegeben von meinem Doktorvater Jürgen Schiewe (Uni Greifswald) und Martin Wengeler (Uni Trier). Gastherausgeberinnen dieser Ausgabe sind Jana Kiesendahl und Birte Arendt (beide Uni Greifswald).

Literatur

*Schiewe, Jürgen/Wengeler, Martin (2005): Einführung der Herausgeber zum ersten Heft. In: Aptum. Zeitschrift für Sprachkritik und Sprachkultur 1, Heft 1, S. 2-13.

**Neuland, Eva (1996): Sprachkritiker sind wir doch alle! Formen öffentlichen Sprachbewusstseins. In: Karin Böke/Matthias Jung/Martin Wengeler/Georg Stötzel (Hgg.): Öffentlicher Sprachgebrauch. Praktische, theoretische und historische Perspektiven. Georg Stötzel zum 60. Geburtstag gewidmet. Opladen, S. 110-120.